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„Mylord," sagte Tressilian, „zu einer andern Zeit würdeich Euch um den Grund gefragt haben, weshalb Ihr so hef-tig gegen mich aufgebracht seid. Doch Ihr habt mir einenSchlag auf die Schulter versetzt, welcher Schimpf nur durchBlut kann ausgelöscht werden, und ständet Ihr so hoch, wieEure stolzesten Wünsche Euch je getragen, so müßte ich wegenmeiner verwundeten Ehre Gcnugthuung von Euch haben."
So trennten sie sich von einander, doch für Leicester wa-ren die Abenteuer dieser Nacht noch nicht geendet. Er wargenöthigt, am Saintlowe-Thurme vorbeizugehen, um zu demgeheimen Gange zu kommen, der zu seinen eigenen Zimmernführte, und am Eingänge desselben begegnete ihm Lord Huns-don halb angekleidet, mit einem bloßen Schwerte unter demArm.
„Seid Ihr auch von diesem Lärm erwacht, Graf Leicester?"fragte der alte Soldat- „In Eurem Schlosse ist cs in derNacht ebenso unruhig, wie am Tage. Vor zwei Stundenwurde ich durch das Geschrei der armen wahnsinnigen LadyVarney erweckt, die ihr Gemahl mit Gewalt hinwegführte.Ich versichere Euch, hätte er nicht Eure und der Königin Voll-macht gehabt, ich hätte mich wahrhaftig ins Spiel gemengt,und Eurem Varney da eins über den Kopf versetzt; und nunist hier im Garten Streit."
Der erste Theil der Rede des alten Mannes war einMesserstich für das Herz des Grafen; auf den zweiten ant-wortete er, daß er selber das Schwertgeklirr gehört habe undheruntergekommen sei, um Die zur Ordnung zu bringen,welche in der Nähe der Königin so unverschämt gewesen.
Hunsdon bat den Grafen, ihn in den Garten zu begleiten,wo er die Gardisten wegen ihrer erfolglosen Nachsuchung wacker