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lei»t unschuldig sein? Beweise sie als unschudig, und Alles,was ich bisher für Dich gethan, soll nichts sein im Vergleichmit der Belohnung, die Du dann erhalten sollst."
Varney war wirklich von der tiefen Seelenqual seines Herrnetwas ergriffen und antwortete: „Aber wenn sie schuldig war,warum wagte sie sich hieher? Warum floh sie nicht lieberin das Haus ihres Vaters, oder anders wohin? Doch dafürkann man ihren Wunsch als Grund anführen, als Gräfin vonLeicester erkannt zu werden."
„Wahr, sehr wahr!" rief Leicester. „Du bist nicht imStande, Varney, den Witz eines Weibes zu ergründen. Ichdurchschaue Alles. Sie wollte den Rang und Titel des Thorennicht aufgebcn, der sie geheirathet. Ja, wenn ich in meinemWahnsinn eine Empörung angestistet, oder wenn die Königinmich in ihrem Zorne zum Tode verurtheilt hätte, wie sie mirdiesen Morgen drohte, so würde die Erbschaft der verwittwetenGräfin von Leicester dem bettelhaften Tressilian nicht übel zuStatten gekommen sein- Sie soll den Tod der Verrätherinund Ehebrecherin sterben, den sie nach göttlichen und mensch-lichen Gesetzen verdient! — Und was ist dies für ein Kästchen?"sagte er, „welches mir soeben ein Knabe einhändigte, mit derBitte, es an Herrn Tressilian abzugeben, da er es der Gräfinnicht selber überliefern könne? Beim Himmel, die Worte über-raschten mich, als er sie aussprach, obgleich ich mit andernDingen beschäftigt war; aber jetzt kehren sie mir mit doppelterGewalt zurück. — Es ist ihr Juwelenkästchen! — brich esauf, Varney; zerbrich die Hängen mit Deinem Dolche "
„Sie verweigerte einst den Dienst meines Dolches," dachteVarney, „um einen Brief zu öffnen, doch jetzt soll er mächtigerin ihr Schicksal cingreifen" Hierauf wendete er die dreieckigeKlinge seines Dolches dazu an, die schwachen silbernen Hängen
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