Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
90
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meine ganze Lage anzuvcrtrauen, der die Ehre selbst ist, alsmich den weiteren Beleidigungen der unverschämten Dienerdieses schlecht beaufsichtigten Ortes auszusetzen. Ich will michnicht wieder in ein verschlossenes Zimmer wagen, ich will war-ten, unter so vielen menschlichen Wesen muß doch ein gü-tiges Herz sein, welches Mitempfinden kann, was das mcinigeerduldet,"

In der T-at ging mehr als eine Gruppe über den Platz;doch bestanden sie immer aus mehreren Personen, welche inder Fröhlichkeit ihres Herzens scherzten und lachten.

Vermöge des Verstecks, den sie gewählt, war es ihr leicht,der Beobachtung zu entgehen. Sie durfte nur in den fernstenWinkel der Grotte zurücktreten, welche mit Moossitzen versehenund mit einem Springbrunnen beschlossen war, und konntesich leicht verstecken, oder sich einem einsamen Wanderer ent-decken, dessen Neugierde ihn in diese romantische Einsamkeitführen mochte. In Erwartung einer solchen Gelegenheit blicktesie in das klare Bassin, welches wie ein Spiegel vor ihr lag,erschrack über ihr Aussehen und war zweifelhaft, ob irgend eineDame sich mit einem so verdächtigen Gegenstände in ein Ge-spräch einlaffen werde. So dachte sie, gleich einem Frauenzim-mer, dem die äußere Erscheinung fast nie unwichtig ist, undgleich einer Schönheit, die einiges Vertrauen auf die Machtihrer Reize setzt, legte sie ihren Reisemantel ab, behielt ihn aberin der Nähe, so daß sie ihn im Augenblick wieder anlegenkonnte, im Fall, daß Varney oder Lambourne komme, undeine solche Verleihung nothwendig machen sollte. Der Anzug,den sie unter diesem Mantel trug, hatte ein theatralischesAnsehen, als hätte sie eine Rolle in den Vorstellungen spielenwollen. Wapland hatte ihr denselben am zweiten Tage ihrerReise verschafft, da er geglaubt, daß sie unter diesem Cha-