Mühe habe, ihn zu fangen, so sage ich Dir, daß Du Dirdie Mühe ersparen kannst — mir gefiel Dein erstes freiesBenehme» besser, — das gegenwärtige gefällt mir so wenig"— er that einen Schritt auf sie zu und taumelte — „so wenig,als — ein verflucht unebener Fußboden, wo ein Cavalier sichden Hals brechen kann, wenn er nicht so gerade geht, wie einSeiltänzer."
„Zurück!" rief die Gräfin, „komm nicht näher, oder eswird Dir den Tod bringen."
„Tod! — zurücktreten! — wie Madame? wollt Ihr nocheinen besseren Liebsten haben, als Michael Lambourne? Jckrbin in Amerika gewesen, mein hübsches Kind, wo das Goldwächst, und habe mir eine solche Ladung davon mitgebracht — "
„Guter Freund," sagte die Gräfin in großem Schreckenüber das kühne und entschlossene Wesen des Schurken, „ichbitte Dich, geh' und verlaß mich."
„Das will ich, mein hübsches Kind, sobald wir einanderüberdrüssig sind, — aber keinen Augenblick früher." Er er-griff ihren Arm, während sie, zu weiterer Vertheidigung un-fähig, laut aufschrie. „Ja schreie nur, wenn'S Dir Spaßmacht," sagte er, indem er sie noch immer festhielt; „ich habedie See gehört, wo sie am lautesten tobte, und kümmere michnicht mehr um das Schreien eines Weibes, als wenn eineKatze miaut. — Verdamm mich! — ich habe Fünfzig, oder Hun-dert zugleich schreien hören, wenn eine Stadt erstürmt wurde."
Das Geschrei der Gräfin brachte ihr indeß unerwarteteHülfe in der Person des Lorenz Staples, der ihren Ruf un-ten in seinem Zimmer gehört hatte, und noch zur rechten Zeitcintrat, um sie vor der Entdeckung, oder noch schrecklichererGcwaltthat zu schützen. Auch Lorenz war betrunken wegen derAusschweifung in der vergangenen Nacht, doch glücklicherweise