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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
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zu kommen, tönte ihr jedes hastige Geräusch, welches sie hörte,gleich Leicesters eiligen Schritten auf der Treppe, welcherkomme, sie in seine Arme zu drücken.

Die Ermüdung des Körpers, sowie die Gemüthsaufregung,die in einem solchen Zustande der Ungewißheit natürlich war,griffen ihre Nerven heftig an, und sie fürchtete schon, nicht imStande zu sein, die nöthige Selbstbeherrschung zu bewahren.Doch Emma besaß von Natur große Seelenstärke, und ihrKörper war vermöge der Jagdbelustigungcn, die sie in Gesell-schaft ihres Vaters getrieben, ungewöhnlich kräftig und gesund.Da sie wohl wußte, wie sehr der Ausgang ihres Schicksalsvon ihrer Selbstbeherrschung abhängig sei, so bat sie den Him-mel um Körper- und Seelenstärke, und entschloß sich zu glei-cher Zeit, sich keiner nervösen Aufregung hinzugeben, wodurchbeide könnte» geschwächt werden.

Doch als die große Glocke des Schlosses, die sich auf demCäsarsthurme in nicht weiter Entfernung von ihrem Aufent-halte befand, zu läuten begann, als Zeichen der Ankunft desköniglichen Zuges, da war der Schall so schmerzlich für ihreOhren, daß sie kaum umhin konnte, vor Angst aufzuschreien.

Bald darauf, als das kleine Zimmer plötzlich von denkünstlichen Feuern erleuchtet ward, womit die Luft sich füllte,und die sich gleich feurigen Geistern durchkreuzten, wovonjeder seiner eigenen Sendung folgt, oder gleich Salaman-dern, welche in der Region der Sylphiden einen Festtanz auf-führen, war es der Gräfin Anfangs, als ob jede Rakete dichtan ihren Augen vorüberführe, und ihre Funken so nahe von sichsprühe, daß sie die Hitze empfinden könne. Doch sie bekämpftediesen phantastischen Schrecken und zwang sich aufzustehen, amFenster zu verweilen, und ein Schauspiel anzizsehen, welchesihr zu einer andern Zeit zugleich interessant und furchtbar