Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
45
Einzelbild herunterladen
 

45

stät ist schon mit solchen poetischen Complimenten genug be-lästigt worden- Während der Rede des Registrators dort beiWarwick flüsterte sie mir zu, sie sei des langweiligen Geschwätzesüberdrüssig!"

Die Königin flüsterte ihm zu!" sagte Mount zu sichselber;guter Gott, was wird aus dieser Welt werden!"

Seine weiteren Betrachtungen wurden durch einen Beifall-ruf der Menge unterbrochen, der so laut war, daß man ihnmeilenweit vernahm. Die an dem Wege aufgestellte Gardesetzte den Ruf fort, so daß Allen innerhalb des Schlosses an-gelündigt wurde, daß die Königin Elisabeth in den königlichenPark zu Kenilworth eingetreten sei- Die ganze Musik desSchlosses ertönte zugleich, auf den Mauern wurden Kanonenabgefeuert, nebst einer Salve des kleinen Geschützes; doch beidem Gebrüll des wiederholten Willkommcnrufes der Mengewurden die Trommeln und Trompeten und selbst die Kanonennur schwach gehört.

Als der Lärm nachzulaffen begann, sah man einen HellenLichtschein von dem Parklhore Her, der immer Heller wurde, jenäher er kam. Die zu beiden Seiten des weilen Baumgangesaufgestellten Lanzenträger des Grafen von Leicester riefen ein-ander zu:Die Königin! Die Königin! Steht still undschweigt!" dann kam eine Reiterschaar von zweihundert Mann,welche sämmtlich dicke Wachsfackeln in den Händen trugen,wovon die ganze Prozession so hell erleuchtet wurde, wie amTage, besonders aber die vorzüglichste Gruppe, worunter sichdie Königin befand, die auf's Prächtigste gekleidet war, undvon Juwelen strotzte. Sie saß auf einem milchweißen Pferde,welches sie mit großer Anmuth und Würde regierte, und anihrem edlen und majestätischen Benehmen bemerkte man, daßsie von einer langen Reihe von Königen abstammcn müsse.