Druckschrift 
8 (1851) Kenilworth
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

43

entgegengeht, sondern auch der verurtheilte Verbrecher, derzur Hinrichtung geführt wird, besorgt ist, seine Person auf'sVortheilhafteste darzustellen.

ES war in der Dämmerung eines Sommerabendö (ams. Julius lL75), die Sonne war schon eine Zeitlang unterge-gangen, und Alle erwarteten die unmittelbare Ankunft derKönigin. Die Menge war schon mehrere Stunden versammeltgewesen, und ihre Zahl nahm noch immer zu. Erfrischungennebst geröstetem Ochsenfleisch und Bier wurden an verschiede-nen Punkten des Weges verschwenderisch ausgetheilt, und hattendie Volksmafse in vollkommener Liebe und Treue gegen dieKönigin und ihren Günstling erhalten, die vielleicht etwaswürde nachgelassen haben, hätten fle bei ihrem Warten auchnoch fasten müssen. Sie brachten daher die Zeit mit den ge-wöhnlichen Volksbelustigungen zu, schrieen und riefen, spieltenrohe Possen mit einander, und bildeten den Chor unharmoni-scher Töne, der bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich ist. Diesgeschah auf den mit Menschen angefüllten Wegen und Feldern,und besonders außerhalb des Parkthores, wo die größere Mengedes geringeren Volkes sich aufgestellt hatte, als man plötzlicheine Rakete aufsteigen sah, und im Augenblicke die großeGlocke des Schlosses über Feld und Wald dahin tönte-

Augenblicklich trat eine Todtenstille ein, worauf ein Ge-murmel der Erwartung folgte die vereinigte Stimme vie-ler Tausende, wovon Niemand laut sprach, oder um einenbezeichnenden Ausdruck anzuwenden, das Geflüster einer un-geheuren Menge.

Jetzt kommen sie gewiß," sagte Raleigh zu Tressilian,das ist ein großartiger Ton- Wir hören ihn aus der Ferne,wie Seeleute nach einer langen Reise die Brandung an einfernes und unbekanntes Gestade anschlagen hören."