funkeln. — Aber davon verstehst Du nichts, ehrlicher Lorenz
— reiche mir die Flasche noch ein Mal "
«Wahrhaftig, wenn Du noch mehr trinkst, Michael," sagteder Gefangenwärter, „so wirst Du nicht im Stande sein, denArion zu spielen, oder Deinem Herrn an einem so feierlichenAbende aufzuwarten. Ich erwarte jeden Augenblick die großeGlocke auf dem Mortimer-Thurme zu hören, als Zeichen derAnkunft unserer Königin."
Lambourne trank, während Staples ihm Vorstellungenmachte, setzte dann die Flasche, welche beinahe geleert war,mit einem liefen Seufzer nieder, und sagte in leisem Tone,welcher bald in einen lauten überging: „Denke nicht daran,Lorenz — wenn ich betrunken bin, wird Varney mich wiedernüchtern machen. Doch wie gesagt, denk' nicht daran, ich weißmich schon im Trinken zu mäßigen- Ueberdies gehe ich alsOrion zu Wasser und würde mich erkälten, wenn ich nichtvorher einen guten Trunk thäte. Ich sollte nicht Orion spielenkönnen! Wir wollen sehen, ob der beste Schreier, der je fürzwölf Pfennige seine Lunge anstrengte, mich überschreicn wird-Wie wäre eS, wenn ich mich ein wenig verkleidete? — Warumsollte diesen Abend irgend Jemand nüchtern sein? Beantwortemir das — cs ist Unterthanenpflicht, lustig zu sein — und ichsage Dir, es gibt Leute im Schlosse, die, wenn sie betrunkennicht lustig sind, auch nüchtern nicht lustig sein werden — ichnenne keinen Namen, Lorenz. Aber Deine Sectflasche bringtmich in heitere Laune. Es lebe die Königin Elisabeth! — Eslebe der edle Leicester! — Es lebe der würdige Herr Varncp!
— Es lebe Michael Lambourne, der sie Alle um seinen Fin-ger wickeln kann!"
Mit diesen Worten ging er die Treppe hinunter, undquer über den innern Hofplatz.