eines Menschen zu dcmüthigen. Er hielt Trcssilian ohne diegeringste Verlegenheit auf der Treppe zurück, und redete ihnan, als stehe er in dem besten Vernehmen mit ihm : „Nun,Herr Tresstlian, hoffentlich ist kein Groll mehr zwischen uns?
— Ich erinnere mich lieber früherer Güte, als späteren Zan-kes — ich will Euch überzeugen, daß ich es ehrlich und gutmit Euch im Sinne hatte."
„Ich wünsche Eure Vertraulichkeit nicht," sagte Tresstlian
— „haltet Umgang mit Euresgleichen."
„Ei, wie hastig er ist!" sagte Lambourne, „und wie dieseCavaliere, die ohne Zweifel aus Porcellanerde gemacht find,auf den armen Michael Lambourne niederblicken! Man sollteglauben, Herr Tresstlian sei der mädchenhafteste, bescheidenste,zimperlichste Damenknecht, der je ein LiebeSgeständniß machte,wenn die Lichter beruntergcbrannt waren. — Ihr wollt denHeiligen unter uns spielen, Herr Tresstlian, und vergeßt, daßIhr selber in Eurem Schlafzimmer ein hübsches Mädchen ver-steckt habt, zur Schande des gräflichen Schlosses! Ha, ha, ha!Hab' ich'S getroffen, Herr Tresstlian?"
„Ich weiß nicht, was Ihr meint," sagte Tresstlian, derindeß zu gewiß überzeugt war, daß der ausgelassene Schurkemit Emma's Aufenthalte in seinem Zimmer bekannt war;„doch wenn Du ein Kammerdiener bist," setzte er hinzu, „undeine Belohnung haben willst, so hast Du hier eine, um meinZimmer unbelästigt zu lassen."
Lambourne sah das Goldstück an, steckte es in die Tascheund sagte: „Ich weiß nicht, wie es zugeht, Ihr hättet durchein freundliches Wort mehr bei mir ausrichten können, als mitdiesem Trinkgelde. Doch bei alledem, der bezahlt gut, der mitGold bezahlt — und Michel Lambourne war nie ein Spaß-verderber, oder dergleichen. Leben und leben lassen, das ist