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8 (1851) Kenilworth
Entstehung
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Reitcrzuge des Grafen anzuschließen. Andere, welche zurück-geblieben waren, befanden sich auf den Zinnen, auf den äuße-ren Mauern und Thurmen, begierig, das glänzende Schau-spiel des königlichen Einzuges zu sehen. Der Garten wardaher ganz verlassen, während jeder andere Theil des Schlossesvon menschlichen Stimmen ertönte, und man hörte dort nichtsweiter, als das leise Rauschen der Blätter, den Gesang derBewohner eines großen Vogelhauses, sowie den ihrer glück-licheren Gefährten, welche noch die freie Luft bewohnten, unddas Plätschern der Fontainen, die aus Bildwerken von selt-samer Gestalt emporstrahlten und in die großen Bassins vonitalienischem Marmor herabfielen.

Tressilians schwermüthige Gedanken warfen einen düsternSchatten auf alle Gegenstände, von denen er umgeben war.Er verglich die prachtvollen Scenen, durch die er dahin schritt,"mit den dunklen Wäldern, welche Lidcote Hall umgaben, undEmma Robsarts Bild schwebte gleich einem Phantom durchjede Landschaft, die sich seiner Einbildungskraft darstellte.Vielleicht ist nichts gefährlicher für das künftige Glück derMenschen von tiefen Gedanken und zurückhaltenden Gewohn-heiten, als eine frühe, langgehegte unglückliche Neigung. Sieprägt sich häufig dem Gemüthe so tief ein, daß sie der Gedankedes Tages und der Traum der Nacht wird vermischt sichmit jeder Quelle des Interesse und der Freude, und wennendlich alle Hoffnung vernichtet ist, so scheint es, als wärenauch die Quellen des Herzens mit vertrocknet. Dieser Schmerzdes Herzens, dieses sehnsüchtige Verlangen nach einem Schat-ten, welcher alle seine Heiterkeit und Färbung verloren hat, die-ses Verweilen bei der Erinnerung an einen Traum, aus demwir auf rauhe Weise erweckt sind, ist die Schwäche eines edlenund großen Herzens, und ein solches besaß Tressilian.