mühte sich, durch Jeannettcns ängstliche Winke beunruhigt, jedenAnschein von Mißvergnügen zu unterdrücken. „Es verdroßmich nur," sagte sie, „daß unsere Königin ihren jungfräulichenStand verändern sollte, der ihrem Volke so theuer ist—denkenicht weiter daran." Dann setzte sie hinzu, als wünsche siedas Gespräch ans einen andern Gegenstand zu lenken: „Undwas ist denn dies für eine Spezerei, die so sorgfältig in die-ser silbernen Büchse verwahrt ist?"
Bei diesen Worten untersuchte sie den Inhalt eines Käst-chens , welches Spezereien und Wohlgerüche in abgctheiltenFächern enthielt.
„Dies ist ein Mittel gegen eine Krankheit, über die sichIhre Gnaden wohl nie zu beklagen haben werden. Täglichso viel, wie eine Bohne groß, eine Woche lang davon einge-nommen, bewahrt das Herz vor jenen schwarzen Dünsten,welche Einsamkeit, Trübsinn, unerwiderte Liebe und vereitelteHoffnungen hcrbeiführen —"
„Seid Ihr ein Narr, Freund?" sagte die Gräfin in schar-fem Tone, „oder glaubt Ihr, weil ich Euch gutwillig EurenKram da um übertriebene Preise abgekanft habe, daß Ihrmir dergleichen ausschwatzen könnt? Wer horte je, daß Krank-heiten des Herzens durch Arzneien geheilt wurden, die mandem Körper eingab?"
„Mit Eurer gnädigsten Erlanbniß," sagte Wayland, „ichbin ein ehrlicher Mann und habe Euch meine Maaren zu recht-schaffenen Preisen verkauft- Als ich die Eigenschaft dieserkostbaren Arznei rüvmte, bat ich Euch nicht, sie zu kaufen;warum sollte ich Euch daher Etwas vorlügen? Ich sage nicht,daß sie ein eingewurzeltes Seelcnleiden zu heilen vermag, wasallein Gott und die Zeit vollbringen können, doch vertreibtsie die bösen Dünste, welche durch Trübsinn des Herzens dem