höchsten Mißfalle» der Königin, meiner betrogenen Gebieterin,sowie dem Spott und der Verachtung meines Nebenbuhlersund aller seiner Anhänger ausznsetzen." — Diese Gewißheitdrängte sich plötzlich seinem Gemüthe mit all' den Schwierig-keiten auf, womit er nothwendig würde zu kämpfen haben,um ein Geheimniß zu bewahren, welches jetzt eben so noth-wendig für seine Rettung, als für die Erhaltung seiner Machtund Ehre war- Er befand sich etwa in der Lage eines Man-nes, der auf einer Eisfläche dahin geht, die im Begriffe ist,rings um ihn zn brechen, und der sich einzig dadurch rettenkann, daß er mit festen Schritten unaufhaltsam vorwärts eilt.Die Gunst der Königin, welcher er so große Opfer gebrachthatte, mußte jetzt auf alle mögliche Weise gesichert werden —sie war das einzige Bret, woran er sich im Sturm haltenkonnte. Sein einziges Bestreben mußte nun darin bestehen,seinen Vorrang in der Gunst der Königin nicht nur zu be-haupten, sondern noch zu erhöhen — er mußte ElisabethsGünstling bleiben, oder Schiffbruch leiden an Ehre und Glück.Alle andere Rücksichten mußten für jetzt beseitigt werden undselbst die sich ihm aufdringenden Gedanken, die ihm Emma'sBild vor die Seele stellten, unterdrückte er dadurch, daß ersich beredete, es werde später noch Zeit sein, daran zu den-ken, wie er sich endlich aus diesem Labyrinthe befreien wolle.
In dieser Stimmung nahm der Graf von Leicester seinenPlatz im Staatsrath Elisabeths ein, und in derselben Stim-mung setzte er sich neben sie auf den Ehrenplatz, während derSpazierfahrt auf der Themse, nachdem die Geschäftsstundenvorüber waren. Nie entwickelte er seine Talente als Politikerersten Ranges vortheilhaster, als gerade an diesem Tage, undspielte nie seine Rolle als vollendeter Hofmann besser. Zufälligwar in der an jenem Tage gehaltenen Sitzung des Staatsraths