von dem schönsten Gesicht, das ich je gesehen, deren rosigeWangen blaß und deren Helle Angen trübe wurden beim An-blick der Wunder, die ich ausübte."
„Schweig, ich befehle Dir, schweig!" sagte Tressilian.
„Ich will Ew. Gnaden nicht beleidigen," sagte der Mann;„doch habe ich genügenden Grund, mich zu erinnern, wie IhrEuch herabließct, um die Furcht des jungen Mädchens zu be-sänftigen, die Art und Weise zn erklären, wie diese Täuschun-gen vollbracht wurden und den armen Gaukler zu beschämen,indem Ihr die Geheimnisse seiner Kunst so geschickt darlegtct,als wäret Ihr ein Bruder seines Ordens gewesen. Sie warin der That ein so schönes Mädchen, daß um ein Lächeln vonihr zn gewinnen, ein Mann wohl —"
„Kein Wort weiter von ihr, ich bitte Dich!" sagte Tres-silian; „ich erinnere mich sehr wohl des Abends, wovon Duredest — es war einer der wenigen glücklichen meines Lebens!"
„So ist sie also dahin ?" fragte der Schmied, indem erauf seine Weise den Seufzer auslegtc, welcher Tresfllian'sWorte begleitete, — „sie ist dahin, jung, schön und liebens-würdig, wie sie war! — Ich bitte Ew. Gnaden um Verzeihung— ich wollte, ich hätte was Anders gehämmert — ich sehe,ich habe unversehens den Nagel auf den Kopf getroffen."
Dies sprach er mit einer Mischung natürlichen Gefühls,welches Tressilian günstig für den armen Handwerker stimmte,den er früher hart zu benrtheilen geneigt gewesen. Abernichts erwirbt uns so leicht die Neigung der Unglücklichen,als wirkliches oder scheinbares Mitgefühl.
„Mich dünkt, Du warst in jenen Tagen ein fröhlicherBursche," fuhr Tressilian nach einem minutenlangen Schweigenfort, „der eine Gesellschaft durch Gesang, Märchen oder Spielauf der Geige so gut wie durch seine Gauklerkünste zn unter-Kenilworth. I. 12