127 '
„Das ist brav," sagte Lambourne; „ich werde im Augen-blicke im Sattel sein. — Heda, Schurke von Stallknecht,sattle meinen Braunen, ohne einen Augenblick zu verlieren-— Hübsche Cäcilie, nimm die Hälfte dieser Börse, um Dichwegen meiner plötzlichen Abreise zu trösten."
„Zum Henker!" erwiderte der Vater, „Cäcilie bedarf kei-nes Andenkens von Dir. — Geh, Michel, und suche DeinGlück wo Du kannst, obgleich ich nicht glaube, daß Du indas Land gehst, wo es wächst."
„Laßt mich doch auch Eure Cäcilie sehen, Herr Wirth,"sagte Varney; „ich habe viel von ihrer Schönheit reden hören."
„Es ist eine sonnverbrannte Schönheit," sagte der W>rth,„sie kann wohl Wind und Regen trotzen, ist aber nicht geeig-net, solchen Cavalieren zu gefallen, wie Ihr seid. Sie bleibtauf ihrem Zimmer, mein edler Gast, denn sie vermag nichtdie Blicke so galanter Herren zu ertragen."
„Nun denn, Friede sei mit ihr, mein guter Wirth," ant-wortete Varney; „unsere Pferde sind ungeduldig. Wir sagenEuch Lebewohl."
„Geht mein Neffe mit Euch, wenn ich fragen darf?"sagte Gosling.
„Ja, das ist seine Absicht," entgcgnete Richard Varney.
„Daran thust Du recht, — ganz recht," versetzte derWirth. „Du thust vollkommen recht daran, Vetter. Du rei-test ein munteres Pferd, steh Dich vor, halt' es fest am Strick,und solltest Du einmal durch einen Strick unsterblich werden,was Dein Vorsatz, diesem Herrn zu folgen, nicht unwahr-scheinlich macht, so bitte ich Dich, such' Dir einen Galgen,der so weit als möglich von Cumnor entfernt ist; und somitempfehle ich Euch Euren Sätteln."
Der Stallmeister und sein neuer Diener überließen es dem