32
„Es scheint mir, mein guter Wirth," sagte Tresstlian,„als wüßtet Ihr nicht recht, was Ihr von diesem Euren Vet-ter sagen sollt, und daß Ihr ihn weder tadeln noch lobenkönnt, ohne daß Euer Gewissen Euch zwickt."
„Ihr habt wahr gesprochen, Herr Tresstlian," versetzteGileS Gosling. „Die natürliche Zuneigung flüstert mir in'sOhr: Gilcs, Gilcs, warum willst Du deinem eigenen Neffenseinen guten Namen rauben? Willst Du Deiner SchwesterSohn schmähen, Giles Gosling? willst Du Dein eigenes Nestverlästern, Dein eigenes Blut entehren? — Und dann kommtdie Gerechtigkeit und sagt: Hier ist ein würdiger Gast, wienur je einer in den hübschen Schwarzen Bären kam; Einer,der nie gegen eine Rechnung etwas einzuwenden hatte, (ichsage es Euch ins Gesicht, Herr Tresstlian, das thatet Ihr nie— auch hattet Ihr keine Ursache dazu,) Einer, der, so weitich beurthcilcn kann, nicht weiß warum er kam oder wann erwieder geht; und willst Du als Gastwirth, der diese dreißigJahre im Flecken Cumnor Schoß und Steuer gezahlt hatund in diesem Augenblick Gemeindevorsteher ist, willst Dudiesen Gast aller Gäste, diesen Mann aller Männer, diesensechsfach gereisten Krug von einem Reisenden (wie ich michansdrücken könnte) in die Netze Deines Neffen fallen lassen,der als ein Prahler und verzweifelter Kerl bekannt ist, als Kar-ten- und Würfelspieler, als Professor der sieben vcrdammlichenKünste, wenn je ein Mann darin einen Grad erlangte? — Nein,beim Himmel! ich konnte wohl ein Auge zuthun und ihn einensolchen kleinen Schmetterling fangen lassen, wie Goldthred ist,aber Du, mein Gast, sollst vorher gewarnt und gerüstet sein,wenn Du den Rath Deines redlichen Wirthes anhören willst."
»Nun, guter Wirth, Dein Rath soll nicht vergebens aus-gesprochen sein," versetzte Tresstlian; „indeß muß ich meinen