verderben, Herr Küster," sagte Lamboiirnc zornig; „Euch,Ellenreitcr, in einen von Euren eigenen Waarcnballen hinein-xrügcln."
„Hakt, halt," sagte der Wirt-, dazwischen tretend, „ichwill hier keinen solchen Lärm. — Neffe, cs würde sich am bestenfür Dich schicken, nichts übel zu nehmen. Und Ihr, meine Her-ren, werdet wohl thun, Euch zu erinnern, daß wenn Ihr ineinem Wirthshanse seid, Ihr immer des Wirths Gäste seidund die Ehre seiner Familie schonen solltet. — Wahrhastig,Euer thörichtes Gezänk macht mich eben so vergeßlich wie Euchselber; denn dort sitzt mein stiller Gast, wie ich ihn nenne, derschon zwei Tage bei mir logirt und noch kein Wort gesprochenhat, als um Essen zu bestellen und seine Rechnung zu fordern.Er macht mir nicht mehr Umstände, als ein Bauer — bezahltseine Zeche wie ein Kronprinz — fleht nur die Totalsummeder Rechnung an und weiß noch nicht, an welchem Tage er ab-reiscn wird. O, es ist ein Juwel von einem Gast! und dochhabe ich Nachlässiger ihn wie einen nichtsnutzigen Menschen injenem dunkeln Winkel sitzen lassen, ohne ihn auch nur zu fra-gen, ob cs ihm gefällig ist, mit uns zu Abend zu speisen. Eswäre der verdiente Lohn für meine Unhöflichkeit, wenn er nochheute Abend in den Hasen und die Trommel ginge." Darauflegte der Wirth seine weiße Serviette graziös über den linkenArm, nahm seine Sammtmütze für den Augenblick ab, nahmseine beste silberne Flasche in die rechte Hand, ging so auf denerwähnten einsamen Gast zu und richtete dadurch die Augender versammelten Gesellschaft auf ihn.
Es war ein Mann zwischen fünf und zwanzig und dreißigJahren, etwas über die mittlere Größe, einfach und anständiggekleidet, mit einer unbefangenen Miene, die sich fast der Würdenäherte und anzudeutcn schien, daß sein Kleid unter seinem