85
altmodisch, unregelmäßig und mit Tapeten behängen, welcheDinge darstellen, die der Künstler wohl schwerlich selber hätteerklären können-
„Ist das Schach ein unterhaltendes Spiel, Vater?"
„So sagt man," antwortete er, ohne mich weiterer Auf-merksamkeit -u würdigen.
„Ich sollt' cö auch denken, wenn ich die Aufmerksamkeitbeobachte, die ihm Mr. Hazlewood und Lucy schenken "
„Er erhob schnell den Kopf und hielt den Pinsel einenAugenblick empor- Offenbar bemerkte er nichts, was seinenArgwohn rege machen konnte, denn er arbeitete alsbald ruhigweiter an den Falten eines Mahrattaturbans, als ich ihn mitder Frage unterbrach: „Wie alt ist Miß Bertram, Vater?"
„Wie kann ich's wissen? vermuthlich in deinem Alter."
„Aelter, sollt' ich denken, Vater. Du sagst mir immer,daß sie sich weit anständiger beim Theetisch zu benehmen wisse;ei, Vater, willst du ihr nicht das Recht geben, ein für allemalda den Vorsitz zu führen?"
„Liebe Julie," erwicderte der Vater, „entweder bist dueine vollkommene Thörin, oder du bist weit geneigter, Unheilzu stiften, als ich es bisher von dir dachte "
„O, theurer Vater! deute es so gut als möglich — aberich möchte um alles in der Welt nicht für eine Thörin gelten "
„Warum schwatzest du dann als eine solche?" sagte meinVater.
„Lieber Gott, Vater, ich weiß, daß es gar nicht so thö-richt ist, was ich eben sagte — Jedermann weiß, daß du einsehr hübscher Mann bist," (ein Lächeln ward hier sichtbar,) „dasheißt für dein Alter" (der Schimmer trübte sich hier,) „welchesdoch keineswegs vorgerückt ist, und ich weiß in der That nicht,warum du nicht deiner Neigung folgen solltest. Ich bin ein