Druckschrift 
7 (1851) Guy Mannering
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

sonderbare Gestalt blicken konnte.Habe ich von solch einer Ge-stalt geträumt?" sagte er zu sich selbst,oder ruft mir dies wildeund sonderbare Weib nur eine jener seltsamen Figuren in dieErinnerung, die ich in unsern indischen Pagoden sah?"

Während er sich mit solchen Betrachtungen trug und dieWirthin beschäftigt war, Silbergeld zusammen zu suchen, umeine halbe Guinee zu wechseln, trat die Zigeunerin plötzlichzwei Schritte vorwärts und ergriff Browns Hand. Er er-wartete natürlich, sie ihre Kunst im Handwahrsagen an denTag legen zu sehn, aber sie schien von andern Gefühlen be-wegt zu sein.

Sagt mir," rief sic,sagt mir, im Namen Gottes, jungerMann, wie ist Euer Name, und woher kommt Ihr?"

Mein Name ist Brown, Mutter, und ich komme ausOstindien."

»Aus Ostindien!" rief sie seufzend und seine Hand fallenlassend;dann ist es unmöglich ich bin so eine alte Närrin,daß mir Alles, was ich sehe, das zu sein scheint, was ichgern sehn möchte. Aber Ostindien! das kann nicht seinWohlan, seid wer Ihr wollt, Ihr habt ein Gesicht und eineStimme, die mich im Geiste in alte Zeiten versetzt. Lebtwohl beeilt Eure Reise, und wenn Ihr Jemand von unsernLeuten begegnet, so laßt sie in Ruh und mischt Euch in nichts,und sie werden Euch kein Leid thun."

Brown, der unterdessen sein einzelnes Geld empfangen hatte,drückte ihr einen Schilling in die Hand, sagte seiner Wirthin Lebe-wohl, und, den Weg einschlagend, den auch der Pächter vorhergegangen war, schritt er rüstig vorwärts, mit dem Vortheil, vonden frischen Hufspuren vom Rosse des Vorgängers geleitet zuwerden. Meg Merrilies sah ihm eine Zeitlang nach und mur-melte dann vor sich hin:ich muß den Burschen Wiedersehen