228
von Douglas austrug, sein Herz in's gelobte Land zu bringenund somit einigermaßen Ersatz sür seine beabsichtigte Kreuzfahrtzu leisten. Douglas machte unterwegs beiläufig einen Feldzuggegen die Mauren in Spanien mit, und fand dabei seinenTod, und darauf brachten seine Begleiter das Herz des Königsnach Schottland zurück und ließen es in der Klosterkirche zuMelrose — in unserer Erzählung Kennaquhair — beisetzen.
Schon früher ist in der Anmerkung zu einem der letzterenKapitel des Klosters der urkundliche Beweis der Vorliebe desKönigs Robert sür diese Abtei beigebracht. Allein das dort be-schriebene Königsgericht war nicht die einzige Begünstigung derArt. Durch eine Urkunde vom 29- Mai 1326 stiftete der Königzweitausend Pfund Sterling für den Wideraufbau der durchdie Engländer zerstörten Klosterkirche, und es ist kaum zu be-zweifeln, daß der größte Theil der herrlichen Ueberrestc gothi-scher Baukunst zu Melrose dieser Schenkung seinen Ursprungverdankt. — In einem Briefe desselben Königs Robert anseinen Sohn David, worin diesem die Abtei zu Melrose dringendempfohlen wird, kommt die Bemerkung vor, daß Robert ver-ordnet habe, sein Herz in diesem Kloster beizusetzen. Der Briefist vom 11. Mai 1329, vier Wochen vor seinem Todestage,an welchem er dem Douglas den obenerwähnten Auftrag gab.Entweder muß also Robert in diesen vier Wochen seinen Ent-schluß geändert haben, oder sein Auftrag ging dahin, daß Dou-glas sein Herz nach Palästina und von da wieder zurück nachSchottland bringen sollte, um es in Melrose beizusetzen.
Leipzig, Druck von Philipp Neclamfu».