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5 (1851) Der Abt
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See sagt einer der Ruderer: »Laß doch sehen, was das füreine Art Dame ist,» und will ihr das Kinntuch herunterziehen.Sie, um dies zu verhindern, hob die Hände in die Höhe. De»Ruderern siel sogleich die Zartheit und Weiße derselben aufund führte sie auf die Vermuthung, wen sie im Boot hätten.Sie drückten ihr Erstaunen aus. Die Königin, ohne über dieEntdeckung bestürzt zu werden, gebot ihnen, so lieb ihnen ihrLeben sei, sie hinüber nach Kinroß zu rudern. Allein die Ru-derer achteten diese Drohung nicht, sondern ruderten sie zurück,versprachen ihr aber, die Sache geheim zu halten, namentlichvor dem Burgherrn, von welchem sie bewacht wird. Vcrmuth-lich wußte sie, wo sie Zuflucht finden würde, wenn sie einmal amLande wäre, denn in der Gegend des Dörfchens Kinroß dichtam Sec hielten sich und halten sich noch immer auf GeorgDouglas, ein gewisser Sempil und ein gewisser Beton, beideLetztere ehedem ihre vertrauten Diener und, wie man sieht,ihr noch immer zugethan." Siehe des Bischofs Keith po-litische und Kirchengeschichte von Schottland, S. 490.

Dieser mißlungene Versuch, dessen die Geschichtschreiberselten erwähnen, hielt die Königin nicht ab, neue zu wagen.In der Burg Lochleven war ein achtzehnjähriger JünglingNamens Wilhelm Douglas, vermuthlich ein Verwandter desBurgherrn. Er zeigte sich den Bitten und Verheißungen Ma-riens eben so zugänglich, wie Georg Douglas, der Bruder sei-nes Herrn. Dieser Wilhelm und nicht, wie es gewöhnlichheißt, jener Georg stahl die Schlüssel von dem Tische, aufwelchem sie lagen, während sein Herr beim Abendessen war.Er ließ die Königin und eine Kammerfrau aus dem Gemach,in welchem sic eingeschlossen waren, und dann aus dem Schloßhinaus, schiffte sich mit ihnen auf einem Rachen ein und ru-derte sie an's Land. Um augenblickliche Verfolgung zu verhin-