so viele Acmtcr desselben versieht. Außer ihren Stellen alsObersthofmelfter und Großalmosenier hat sie heute Abend auchden Dienst als Hauptmann Unserer Schloßwache versehen."
„Und wird cs in Zukunft thun, Madame," erwiderte Frau vonLochlcven mit großem Ernst. „Die Geschichte Schottlands kannmich belehren, wie schlechte Geschäfte durch Bevollmächtigte ver-richtet werden. Wir haben von Günstlingen aus neuerer Zeitund von eben so wenig Werth gehört, als Oliver Sinclair war."*)
„O, Madame," entgegncte die Königin, „mein Vater hatteeben so gut seine weiblichen, wie seine männlichen Günstlinge,z. B. die Damen Sandilands und Olifaunt**) und noch einigeAndere, glaub' ich. Aber ihre Namen können nicht in demGedächtnis; einer so ernsthaften Person haften, wie Ihr seid."
Frau von Lochleven schoß einen Blick auf die Königin, alsmöchte sic dieselbe auf der Stelle umbringcn. Aber sie thatsich Gewalt an und entfernte sich ohne Erwiderung mit demschweren Schlüsselbunde in der Hand.
„Gott sei gelobt für dieses Weibes jugendlichen Fehltritt!"sprach die Königin. „Hätte sie nicht diese schwache Seite, dannkönnt' ich meine Worte vergebens an ihr verschwenden. Aberdieser Flecken ist das wahre Gegenstück zu dem Hcrcnzeichen.An ihm kann ich sie zum Fühlen bringen, während sie sonstüberall unempfindlich ist. — Aber sagt an, Mädchen; hier isteine neue Schwierigkeit. Wie ist diesen Schlüsseln beizukom-men? Diesen Drachen kann man doch nicht berücken oder be-stechen?"
'1 Ein, den Berichten nach unwürdiger, Günstling Jakobs V.
"'1 Die Namen dieser Damen und einer dritten Liebschaft Jakobsstnd in einem Epigramm enihalten, welches zu schlüpfrig ist, als daß esangeführt werden könnte.