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Aber ich wollte sagen: gleicht dir dein Zwillingebruder immernoch so sehr in Gestalt und Gesicht, wie sonst? Ich weiß,deine gute Mutter führte mit als Grund an, warum sie dichsür's Kloster bestimmt hatte, daß, wenn ihr Beide in der Weltwäret, sicherlich mancher tolle Streich deines Bruders aufdeine Rechnung geschrieben werden würde."
„Ich glaube, Madame," sprach Katharine, „es gicbtnoch immer ungewöhnlich einfältige Leute, die kaum uns Beideunterscheiden können, besonders wenn mein Bruder zum Spaßsich als Mädchen verkleidet."
Bei diesen 'Worten warf sie dem Kammerjunker einenflüchtigen Blick zu, der in Verbindung mit diesem Gesprächewie ein Lichtstrahl auf ihn wirkte, gleich dem, der durch diegeöffnete Kerkerthür des zur Freiheit berufenen Gefangenendringt.
„Es muß ein hübscher junger Herr sein, dieser Brudervon dir, wenn er dir so sehr gleicht," fuhr die Königin fort.„Er war, glaub' ich, in den letzten Jahren in Frankreich,denn ich habe ihn in dieser Zeit nicht zu Holyrood gesehen."
„Gegen sein Aussehen hat man nie viel einzuwenden ge-funden," antwortete Katharine; „aber ich wünschte, er hätteweniger von dem hitzköpfigen Wesen, welches durch die schlim-men Zeiten bei unseren jungen Herren in Schwung gekommenist. Gott weiß, ich habe Nichts dagegen, daß er im Kampfefür Ew. Durchlaucht sein Leben einsetzt, und ich liebe ihn derBereitwilligkeit halber, mit welcher er für Eure Befreiungthätig ist. Aber wie mag er sich in Streit cinlassen mit einemalten Spitzbuben von Dicnstmann und seinen Namen mit einersolchen Rauferei und seine Hände mit dem Blute eines gemei-nen alten Schurken besudeln!"