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dcrte der Hofmeister, „und urthcilt nicht, ohne Euch umzu-sehm. Lindesay, Ruthven und Euer Verwandter MortonHaien den Rizzio erdolcht, und Ihr seht kein Blut auf ihrerStickerei. Herr Scmple hat den Herrn von Sanquhar crsto-chin — sitzt darum seine Mütze um ein Haarbreit schiefer?Welche hohe Herrschaft in Schottland hat nicht aus Politikod'r aus Rachsucht an solchen Thaten Theil genommen?Und wer macht es ihnen zum Vorwurf? Laßt Euch nicht dieNamen irren. Ein Dolch und ein Trank bewirken dasselbeund sind nicht sehr verschieden; der eine liegt bewahrt in einemgläsernen Fläschchen, der andere in einer ledernen Scheide; dereine hat mit dem Gehirn zu schaffen, der andere läßt das Blutheraus. — Doch ich sage nicht, daß ich dieser Frau Etwasgegeben habe."
„Wes willst du mit diesem Geschwätz, womit du michbinhältst?" fragte die Burgfrau. „So wahr du deinen Halsvor Sem verdienten Strang bewahren willst, erzähle mir dieganze Geschichte. Man kennt dich schon lange als einen gefähr-lichen Menschen."
, „Zn meines Meisters Dienst kann ich kalt und scharf sein,wie mein Schwert. Wisset, als ich kürzlich drüben am Landewar, fragte ich ein Weib, das Etwas versteht und vermag,um Rath. Sie heißt Nicncvcn, und seit Kurzem spricht dasganze Land von ihr. Narren baten sie um Zaubermittel, Liebezu gewinnen, Geizhälse, um Rccepte zur Vermehrung ihresGutes. Einige wollten die Zukunft erfahren — eitler Wunsch;sie ist unabänderlich! — Andere wollten die Vergangenheiterklärt haben, — noch alberner; sie läßt sich nicht zurückrufcn.Ich hörte diese Fragen mit Verachtung an und forderte einMittel, mich an einem Todfeinde zu rächen, denn ich werde altund kann mich nicht länger auf die spanische Klinge verlassen.