„Ihr habt ihm viel zu viel getraut/' erwiderte der Roth-inantel. „Er ist ein leichtsinniger, eitler Bursche, auf dessenunbeständigen Sinn und hitzigen Kopf sich kein bleibender Ein-druck machen läßt."
„Ich war gar nicht geneigt, ihm zu trauen," entgegnetcDouglas. „Aber man versicherte mich, er würde erforderlichen
Falls auf unserer Seite sein — aus"-Hier sprach er
so leise, daß Roland ihn nicht verstehen konnte, was um soärgerlicher war, da es sich hier um ihn handelte.
„Hm," sprach derRothmantel, „ich habe ihn mit schönenWorten abgcspcist, wie man die Narren lockt. Wenn Ihr ihmaber jetzt, wo angezogen werden soll, mißtraut, so gebt ihmEins mit Eurem Dolch ab, und bahnt so den Weg."
„Das wäre übereilt," entgegnetc Douglas. „Wie gesagt,feine Thür ist verschlossen und verriegelt. Ich will nochmalsden Versuch machen, ihn zu wecken."
Graeme fand es begreiflich, daß die Frauen, welche irgend-wie bemerkt hätten, daß er ausgesperrt sei, die Thür desäußeren Gemaches verwahrt hätten, in welchem er gleichsamals Schildwachc, am Eingänge zur Königin, zu schlafen pflegte.Aber wie kam dann Katharine Seyton heraus, wenn die Kö-nigin und Frau Fleming sich noch in ihren Zimmern befanden,und wen» der Zugang zu denselben verschlossen und verriegeltwar? „Ich will diesen Geheimnissen bald auf den Grundkommen, und dann schönen Dank, Jungfer Katharine, wennsie es wirklich ist, für den'freundschaftlichen Gebrauch, den siedem Douglas gcrathen hat von seinem Dolch zu machen.Ich sehe, sie suchen mich und sie sollen mich nicht vergebenssuche»."
Während dieses Selbstgesprächs war Douglas durch diejetzt offene Schlupfpsortc in das Schloß zurückgekehrt. Die