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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Die Jungfer verneigte sich und trippelte nach ihrem Platzzurück. Das Schauspiel nahm seinen Fortgang, allein fürRoland hatte es jetzt alle Anziehungskraft verloren.

Die Stimme, die Gestalt sind was das Kinntuch von demGesicht und dem Haar des Dorffräulcins sehen ließ, glich sosehr denselben Stücken bei Katharine Seyton, daß es dem Kam-mcrjunker war, wie Einem, der sich in dem Gewirr eines wcch-selvollcn Traumes nicht zurechtfinden kann. Der merkwürdigeAuftritt in der Herberge mit seinen zweifelhaften und wunder-baren Umständen trat ihm wieder vor die Seele. Waren dieZaubcrmährchcn, die er gelesen hatte, bei diesem außerordent-lichen Mädchen zur Wahrheit geworden? Konnte sie sich ausder ummauerten Burg Lochleven, mit ihrem breiten See stattdes Grabens (er warf einen Blick aus Schloß und Sec, umzu sehen, ob sie noch vorhanden wären) konnte sie aus die-ser Feste, an deren sorgfältige Bewachung man das Heil Schott-lands knüpfte, sich ungehindert an einen andern Ort versetzenund einen so leichtsinnigen und gefährlichen Gebrauch von ihrerFreiheit machen, sich auf einem Jahrmarkt in Streit cinzulassen?Roland wußte nicht, was unbegreiflicher war, die Mittel,, welchesie angewandt haben mußte, um ihre Freiheit zu erlangen, oderder Gebrauch, den sie von derselben gemacht.

Verloren in diese Betrachtungen heftete er fest den Blickauf den Gegenstand derselben. In jeder zufälligen Bewegungder Person glaubte er Etwas zu entdecken, was ihn an Katha-rine Sehton erinnerte. Mehr als ein Mal dachte er, er dürftesich täuschen, indem er aus einer beiläufigen Aehnlichkeit eineentschiedene Identität machte. Dann fiel ihm aber immer wie-der das Zusammentreffen in der Herberge zum S. Michael ein,und cs schien ihm höchst unwahrscheinlich, daß ihm unter soverschiedenen Umständen seine Einbildungskraft zwei Mal den-