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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Nach unserer Legend' Bericht

Aus hartem FelS ein Vrimnlcin bricht,

Fließet in ein Bad von tztci»,

Wo Susanna, keusch und rein,

Ihren Lein zu baden ging. 2

Traun, die Kraft ist nicht gering,

Die dies Wasser hat, und dasSollt ihr sehn an diesem Glas.

Unter Mühial Tag und NachtHab' ich cs hieher gebracht.

Weiber, die an Buhlen hangen,

Mädchen auch, so stch vergangen,

Müssen niesen, halt dies GlasIhnen Jemand an die Nas ."

Der Spaß drehte sich, wie der Leser gefunden haben wird,uni denselben Gedanken, wie die Mährchen vom Trinkhorn desKönigs Arthur und vom verpfuschten Mantel. Allein die Zu-hörer waren weder so unterrichtet, noch so tadclsüchtig, um denMangel der Originalität zu rügen. Die kräftige Reliquie wurdeunter angemessenen Grimassen und Possen den weiblichen Per-sonen des Stücks, einer nach der andern, vorgehalten, und keinebestand die angebliche Keuschhcitsprobe, sondern nieseten viellänger und lauter, als sie selber erwartet, zum unendlichenVergnügen der Zuschauer. Endlich schien der Spaß abgenutztzu sein, und der Ablaßkrämcr wollte zu einem neuen übergehen.Da entwendete ihm der Hanswurst behutsam das Gläschenmit dem Wunderwasser und hielt es plötzlich einem jungenFrauenzimmer vor die Nase, welches, das Gesicht zum Thcilmit einem schwarzscidcncn Kinntuch verhüllt, in der vorderstenReihe der Zuschauer saß. Der Inhalt des Gläschen, geeignetdie Behauptung des Ablaßkrämcrs zu bewahrheiten, machte dasFrauenzimmer heftig niesen, ein Gcständniß der Schwäche,welches 'von den Zuhörern mit stürmischem Jubel ausgenommen