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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Die Charactere, welche vor den entzückten Zuschauernerschiene» und verschwanden, waren dieselben, wie auf denfrüheren Bühnen aller Völker: alte Männer, die von ihrenWeibern und Töchtern geäfft, von ihren Söhnen geplündertund von ihren Bedienten betrogen werden, ein prahlerischerHauptmann, ein spitzbübischer Ablaßkrämer oder Bettelmönch,ein Tölpel vom Lande und eine leichtsinnige Städterin. Aberdie beliebteste Erscheinung, beliebter fast als alle übrigen zu-sammen, war der Narr, dem Alles erlaubt war, der Graciosodes spanischen Drama, der mit einem kurzen Stab, an desseneinem Ende eine Figur ausgeschnitzt war, in der einen, undseiner, einem Hahncnkamme gleichenden Mütze in der andernHand, kam und ging und wiedcrkam, sich in jeden Auftrittdes Stückes mischte, den Gang der Handlung unterbrach, ohneselber eine eigentliche Rolle zu haben, und bald sich über dieSchauspieler lustig machte, bald über die Zuhörer, die bereitwaren, Alles mit Beifall aufzunehmen.

Der Witz des Stücks war nicht von der feinsten Art undhauptsächlich wider die abergläubischen Bräuche der katholischenReligion gerichtet. Derjenige, welcher den Pfeilen der Bühnediese Richtung gegeben hatte, war keine geringere Person, alsDoctor Lundin selber. Er hatte nicht nur dem Unterneh-mer des Schauspiels die Weisung gegeben, eine der vielen gegendas Papstthum geschriebenen Satiren, von denen mehre drama-tisirt waren, zu wählen, sondern er hatte auch hie und daSpäße aus seiner eignen Feder über diesen unerschöpflichen Stoffcinfügcn oder, wie er es nannte, aufgießcn lassen, in der Hoff-nung, dadurch die strenge Frau von Lochleven milder gegendergleichen Vergnügungen zu stimmen. Er verfehlte nicht, beidiesen Lieblingsstellen den hinter ihm auf einem Ehrenplatzsitzenden Kammcrjunkcr anzustoßen und dieselben seiner vorzüg-

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