nicht das ketzerische Weib in diesem Gefangcnhause das BeispielAndern als Muster vors Glaubt nicht die Königin, glaubt nichtdie Fleming an Euren Abfall? — Und ist irgend Jemand, eineeinzige Person ausgenommen — ja, ich will es aussprcchen, unddenkt so geringschätzig, wie Ihr wollt, von meiner Gutmüthig-keit — ist irgend Jemand außer mir, der noch eine schwacheHoffnung hegt, Ihr möchtet am Ende doch noch die Erwartungrechtfertigen, die wir einst Alle von Euch gehegt haben?"
Der arme Kammerjunkcr war sehr verlegen beim Hinblickauf das Verhalten, welches man von ihm erwartete, zumal dadasselbe ihm von einer Person angedcutet ward, die ihm durchdas längere Zusammenleben mit ihr im Schloß Lochleven, wokein anderer Gegenstand so leicht seine Aufmerksamkeit fesselnkonnte, Nichts weniger als gleichgültig geworden war. „Ichweiß nicht," sprach er, „was Ihr von mir erwartet oder fürch-tet. Ich bin hierhergeschickt worden, um die Königin Mariazu bedienen und gegen sie halte ich mich zum Dienst auf Todund Leben verpflichtet. Wenn Jemand eine» andern Dienst vonmir erwartet hat, so war ich nicht der Mann dazu, ihn zuleisten. Ich bekenne weder noch vcrwerf' ich die Lehren der re-formirtcn Kirche. — Wollt Ihr die Wahrheit hören? Mirscheint es, daß die Verderbtheit der katholischen Geistlichkeit diesStrafgericht über ihre Häupter gebracht hat und, wer weiß,vielleicht zu ihrer Besserung. Aber diese unglückliche Königinzu vcrrathcn — Gott weiß, dieses Gedankens bin ich nichtschuldig. Dächte ich auch schlimmer von ihr, als ich in meinerStellung als Diener möchte, als ich in meiner Eigenschaft alsUnterthan darf — so würd' ich sie doch nicht verrathen. ImGegenthcil, ich möchte ihr helfen in Allem, was eine ehrlicheEntscheidung ihrer Sache hcrbcisühren kann."
„Genug, genug!" fiel Katharine ein, in die Hände klat-