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5 (1851) Der Abt
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er in Aufwartung bei der Königin und ihren Frauen zubrachke,und die Zeit des Mittagsmahles, welches er regelmäßig in Ge-sellschaft von Dame Fleming und Katharine Schton einnahm.Hier hatte er oft Gelegenheit, den lebhaften, erfinderischenGeist der Letzteren zu bewundern, welche unermüdlich war inErsinnung von Unterhaltungen für ihre Gebieterin, um wenig-stens für Augenblicke die Schwermuth zu verbannen, welcheauf ihrer See,le lastete. Sie tanzte, sang, erzählte Geschichtenaus alter und neuer Zeit, und man sah dabei, daß es ihr nichtsowohl Vergnügen machte, ihre Gaben zu zeigen, als sie zubesitzen. Ihr Thun hatte einen Anschein von ländlicher Unge-schmücktheit und toller Lebhaftigkeit, welche eher einem Dorf-mädchen, einer Kokette im Reigen um den Maien anzugehörenschien, als der fein erzogenen Tochter eines Großen. Ein An-flug von Keckheit, aber fern von Frechheit und noch weitervon Gemeinheit entfernt, gab Allem, was sie that, ein Ansehenvon Wildheit. Oft mußte die Königin sie gegen den Tadelihrer ernsteren Gesellschafterin in Schutz nehmen, und bei sol-chen Gelegenheiten pflegte sie das lustige Mädchen mit einemabgerichtcten Singvogel zu vergleichen, der aus dem Käfig ent-schlüpft, in der Wonne der Freiheit und im vollen Besitz desWaldgezweiges die Weisen jubelt, die er in seiner früheren Ge-fangenschaft gelernt hat.

Die Augenblicke, welche der Kammerjunkcr in der Gegen-wart dieses bezaubernden Wesens zubringen durfte, glitten soleicht dahin, daß sie bei all' ihrer Kürze reichlich die Langweilig-keit des übrigen Tages vergüteten. Mit Katharinen alleinzusammen zu sein, war ihm weder vcrstattct noch möglich.Dame Fleming, sei es, daß sie im Haushalte der Königin be-sondere Behutsamkeit für nöthig hielt, oder daß ihre Begriffevon Schicklichkeit überhaupt sie dazu bestimmten, schien stetsDer Abt. Ik. 11