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5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
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Kaum hatte der dumpfe Ton der Burgglvckc angcfangcndurch das gewölbte Gemach zu Hallen, als die Thür des Vor-zimmers aufging, und der Hofmeister mit seinem strengen Blick,seiner goldncn Kette und seinem weißen Stab cintrat, hin-ter ihm die Diener, welche das Mahl aufgctragen hatten undwelche jetzt mit derselben gemessenen Förmlichkeit die Telleru. s. w. entfernten.

Der Hofmeister blieb unbeweglich stehen wie ein altes ge-maltes BÜd, während die Diener ihr Geschäft verrichteten.Nachdem dies geschehen, nachdem Alles von dem Tisch weggc-nommcn, das Lischblatt selber von den Böcken abgehoben undan die Wand gestellt war, rief er, ohne sich an Jemand insbe-sondere zu wenden, fast in dem Tone eines Herolds, der eineKundmachung verliest:Meine edle Frau, Dame MargarethaErskinc, vermählte Douglas, läßt Frau Marien von Schottlandund ihre Dienerschaft wissen, daß ein Diener des wahren Evan-geliums, ihr ehrwürdiger Kaplan, diesen Abend wie gewöhnlicherläutern, predigen und unterweisen wird nach der Weise derevangelischen Einigung."

Hört, Freund, Meister Drysesdale," sprach Katharine,ich merke, diese Ankündigung ist eine allnächtliche Gewohnheitbei Euch. Nun bitt' ich Euch zu bemerken, daß Frau Flemingund ich denn ich hoffe, Eure unziemliche Einladung betrifftbloß uns, S. Peters Weg zum Himmel erwählt haben. Alsomüßt' ich nicht, wem Eure gottselige Ermah-iung, Kinderlchreoder Predigt dienlich sein könnte, außer diesem armen Jüngling,welcher eben sowohl wie Ihr in Satans Händen ist, und darumbesser thäte, mit Euch Gottesdienst zu halten, als uns in unsererAndacht zu stören."

Der Kammerjunker war nahe daran, die in diesen Wortenenthaltene Behauptung rundweg in Abrede zu stellen, als ihm