mahlzcit. Laßt eS Euch gefallen, Herr Junker, Eure Schuldig-keit zu thun."
Vier Diener traten ei» mit Speisen, vor ihnen der finsterealte Hofmeister, welchen Roland bereits gesehen batte, hinterihnen Georg Douglas, Enkel der Frau von Lochlcven, als Burg-vogt und als Stellvertreter seines Vaters, des Burgherrn.Douglas trat ein mit übcrcinandergcschlagencn Armen und mitgesenktem Blicke. Mit Hülfe von Roland Gracme ward indem Wohnzimmer ein Lisch gedeckt, auf welchen die Diener mitvieler Förmlichkeit die Speisen stellten. Als Douglas und derHofmeister die Tafel gehörig bestellt sahen, verbeugten sie sichtief, als ob die Königin am Tische säße. Die Thür ging auf,Douglas erhob seine Augen, senkte sie aber sogleich wieder, alser bemerkte, daß bloß Frau Maria Fleming eintrat.
„Ihre Durchlaucht," sprach die Kammerfrau, „will nichtzu Nacht essen."
„Hoffen wir, daß sie sich anderweit dazu bewegen lässt,"cntgcgnete Douglas. „Mittlerweile habt die Güte, Fräulein,zu sehen, daß wir unsere Schuldigkeit thun."
Ein Diener bot Brot und Salz auf einer silbernen Schüsseldar, und der alte Hofmeister schnitt von jedem der nach derReihe daraebvtenen Gerichte einen kleinen Bissen ab, welchener kostete. So war es damals Gewohnheit an den Tafel» derFürsten, welche oft besorgten, der Tod möge unter der Hülleder Speisen seinen Weg zu ihnen finden.
„Also die Königin will heute Abend nicht erscheinen? " fragteDouglas.
„So ist ihr Wille," antwortete die Kammerfrau.
„Dann ist unsere fernere Aufwartung überflüssig," sprachder Burgvogt. „Wir lassen Euch für Euch bei Eurem Mahleund wünschen Euch guten Abend."