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platz sahen sie sich oft um und standen endlich still, als wolltensie die Fahrt der Boote mit den Augen verfolgen- Da sic geradeunter dem Fenster Rolands Halt gemacht hatten, konnte Jenerdeutlich hören, wie die Burgfrau, die Augen auf den Secgerichtet, sagte: „Also har sie sich dazu bequemt, ihr Lebenzu retten auf Kosten ihres Königthums?"
„Ihr Lebe», Madame?" fragte der Enkel. „Ich wüßtenicht, wer cs wagen dürfte, einen Versuch auf dasselbe zu machenin der Burg meines Vaters. Hätte es mir cinfallcn können,daß Lindesay deswegen darauf bestanden hätte, seine Leute mitherüber zu bringen, dann sollte weder er noch sie durch daseiserne Thor von Lochleven gekommen sein."
„Ich spreche nicht von heimlichem Todtschlag, mein Sohn,sondern von öffentlichem Erricht, Vcrurtheilung und Hinrichtung.Damit ist sie bedroht worden, und solchen Drohungen hat sicnachgegeben. Hätte sie nicht mehr von dem falschen Guiscn-blut, als von dem des schottischen Königsgeschlcchtcs in ihrenAdern, dann würde sie ihnen in den Bart getrotzt haben.Aber das paßt zu ihrem übrigen Leben; Niederträchtigkeit istdie natürliche Genossin von Lüdcrlichkeit. — Also für diesenAbend bin ich der Verbindlichkeit überhoben, mich in ihre durch-lauchtige Gegenwart einzudrängen? Geh' du, mein Sohn, undleiste beim Mahle dieser abgesctztcn Königin den gewöhnlichenDienst."
„Erlaubt, Frau Mutter," sprach Douglas, „ich habe keinegroße Lust, in ihrer Nähe zu sein."
„Da hast du Recht, mein Sohn. Eben darum trau' ichdeiner Klugbcit, weil ich deine Behutsamkeit beobachtet habe.Sie ist gleich einer Insel im Weltmeer, umgeben von Untiefenund Sandbänken, mit herrlichem Grün, das manches Schiffin's Verderben gelockt hat; aber für dich, mein Sohn, bin ich