hatte die Ausführung dieses Verbrechens geleitet; geschwächtdurch eine lange Krankheit, so daß er nicht einmal den Har-nisch tragen konnte, war derselbe vom Sicchbctt aufgestanden,um in Gegenwart seiner Herrscherin einen Mord zu begehen;und sein Sohn war bei Vollbringung desselben nicht müßiggewesen. Kein Wunder, wenn die Königin, in Betracht derUmstände, in welchen sie sich während jener Gräuclthat befand,ein unwiderstehliches Entsetzen vor den Thätern hegte. Sicerwiderte jedoch huldvoll den Gruß des Freiherr«, und reichteihre Hand dem jungen Douglas dar, welcher niedcrkniete undsie ehrfurchtsvoll küßte — die erste Huldigung, welche Rolandder gefangenen Königin erweisen sah. Diesen Gruß erwidertesie schweigend. Einige Augenblicke herrschte Stille, währendder Hofmeister des Schlosses, ein finsterblickcnder Mann, nachAnweisung von Georg Douglas, einen Tisch und Schreibzeughinstellte. Auf ein stummes Zeichen seiner Gebieterin schob derKammcrjunker einen Sessel auf diejenige Seite des Tisches, wodie Königin stand, so daß der Tisch eine Schranke zwischen ihrund dem ungebetenen Besuch bildete. Der Hofmeister entferntesich mit einer tiefen Verbeugung. Sobald er die Thür hintersich zugemacht hatte, brach die Königin das Schweigen undsprach: „Mit Erlaubniß, gnädige Herren, ich will mich nieder-sctzen. Meine Gänge sind zwar gegenwärtig nicht so weit,daß sie mich stark ermüden sollten; indessen finde ich doch imAugenblicke Ruhe nöthigcr als sonst."
Somir nahm sie Platz, und ihre Wange mit ihrer schönenHand beschattend, betrachtete sie scharf die Herren nacheinander.Maria Fleming hielt ihr Schnupftuch vor die Augen und Ka-tharine Seyton und Roland Graemc wechselten einen Blick,welcher bewies, daß Beide zu sehr von dem Gefühle der Theil-nahme und des Mitleids für ihre unglückliche Gebieterin durch-