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nicht im Geringsten aufgeregt weder durch den Besuch, nochdurch die Art und Weise, wie die Zulassung ertrotzt wordenwar. Ihre Tracht bestand in einem schwarzen Sammetklcidmit einem kleinen, morn offnen Kragen, der ihr wohlgeformtesKinn und ihren schönen Hals sehen ließ, den Busen aber ver-hüllte. Auf dem Kopfe trug sie ein Spitzenhäubchen, vonwelchem ein langer weißer Schleier in starken Falten über ihrenNacken herabhing. An ihrem Hals hing ein goldnes Kreuz,und an ihrem Gürtel ihr Rosenkranz von Gold und Eben-holz. Ihr auf dem Fuße folgten ihre beiden Kammerfrauen,und diese blieben während der ganzen Unterredung hinter ihrstehen. Selbst Herr Lindesay, obwohl der roheste Edelmannjener rohen Zeit, hatte eine Anwandlung von Ehrfurcht, alser die unbefangene und majestätische Miene dieser Frau sah,welche er tobend in ohnmächtiger Wuih oder aufgelöset in ver-geblichen Schmerz, oder niedergebeugt von den Befürchtungeneiner gestürzten Machthaberin zu finden erwartet hatte.
„Wir fürchten, Wir haben Euch aufgehalten, gnädigerHerr von Lindesay," sprach die Königin, sich würdevoll vernei-gend in Erwiderung der mit Widerwillen gemachten Verbeu-gung des Freiherr». „Aber Frauen empfangen nicht gern Besuch,ohne vorher einige Minuten auf die Toilette verwandt zu haben.Männer sind weniger an solche Umständlichkeiten gebunden."
Der Freiherr warf einm Blick auf seine beschmutzte undunordentliche Kleidung und murmelte Etwas von einer eilfertigenReise. Die Königin begrüßte höflich und, wie cs schien, mitFreundlichkeit den Ritter Melville. Dann trat allgemeine Stilleein. Lindesay sah nach der Thür, als erwarte er mit Ungeduldseinen Mitgesandtcn. Die Königin allein schien unverlegcn, undum dem Schweigen ein Ende zu machen, sprach sic mit einemBlicke auf sein ungeheures Schlachtschwert zu Herrn Lindesay: