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ihres Lebens zugetheilt war. Auf ihrem langsamen Gange, derdem Zwecke der Erholung nur unvollkommkn entsprach, folgtenihr zwei Dienerinnen. Der erste Blick, welchen Roland aufdie erlauchte, reizende, gebildete und unglückliche Frau warf,verrieth ihm, daß er Niemand anders, als die vom Schicksaleso hart betroffene Königin von Schottland vor sich hatte.
Hhr Gesicht und ihre Gestalt haben sich der Erinnerungder Menschen so sehr cingeprägt, daß es noch jetzt, nach fastdreihundert Jahren, fast überflüssig ist, selbst den unwissendstenLeser mit den Hauptzügcn ihres Antlitzes bekannt zu machen,in welchem sich der Ausdruck des Majestätischen, Anmuthigenund Glänzenden in einem Maße vereinigte, daß man kaum zusagen weiß, ob sie besser die Königin, oder die Schönheit, oderdas gebildete Weib bczeichncten- Wer hat nicht, sobald derName Maria Stewart genannt wird, ein so bekanntes Bildvor der Seele, wie das seiner Jugendgeliebten oder seinerLieblingstochter! Selbst Diejenigen, welche sich gedrungen fühlen.Alles oder zum größten Lheil das zu glauben, was ihre Feindeihr vorgcworfen haben, können nicht ohne Seufzen ein Antlitzbetrachten, in welchem sich eher alles Andere ausspricht, alsdie schwarzen Verbrechen, die ihr bei ihren Lebzeiten zur Lastgelegt wurden, und welche noch immer einen Schatten, wonicht einen häßlichen Flecken auf ihr Andenken werfen. Dieseoffene, acht königliche Stirn, diese regelmäßigen und doch soanmuthigen Brauen, überwölbend ein lichtbrauncs Augcnpaar,welches tausend Geschichten zu erzählen scheint, die ächt griechischeNase, der regelmäßige Mund, geformt, wie um nichts Andereszu sprechen, als was entzückend zu hören ist, das Kinn mitdem Grübchen, der herrliche Schwanenhals — bilden zusammeneinen Kopf, dessen Gleichen uns nicht bekannt ist bei irgendeinem anderen Wesen auf den Höhen des Lebens, wo die Han-