jeder Beziehung zuwider. Frau von Lochlevcn konnte sie nichtlieben als die Tochter Mariens von Guise, der gesetzmäßigenBesitzerin von Jakobs Herz und Hand, deren sie sich ungerech-ter Weise beraubt erachtete, und mehr noch als die Bekennerineiner Religion, die sie ärger als das Heidenthum verabscheute.
So war die Dame, welche mit würdevoller Miene undscharfen aber schönen Zügen, den Kopf in eine schwarze Sam-methaubc gehüllt, den Steuermann fragte, wo Lindesay undHerr Robert Melville geblieben seien. Der Mann berichtete,was vorgefallen war. Sie lächelte spöttisch und sprach: „Nar-ren muß man schmeicheln, statt mit ihnen zu streiten. — Ruderezurück, entschuldige dich, so gut dri, kannst, sage, Herr vonRuthven sei bereits im Schlosse und warte mit Ungeduld aufden gnädigen Herrn von Lindesay. Geschwind, Randal! — aberhalt! was ist das für ein Springer, den du mitgebracht hast?"
„Gnädige Frau, es ist der Junker, welcher den Dienst habensoll bei-"
„Ah so!" fiel die Burgfrau ein, „der neue Diener; dieDienerin ist gestern angekommcn. Ich werde eine gar ordent-liche Haushaltung haben mit dieser Frau sammt Dienerschaft.Hoffentlich wird man bald andere Leute finden, sich mit einersolchen Last zu beladen. Fort, Randal — und Ihr, (zu RolandGraeme,) folgt mir in den Garten."
Langsamen und würdevollen Schrittes ging sie voran inden kleinen Garten, welcher, mit einer Mauer umgeben, mitBildsäulen verziert) und mit einem Springbrunnen in der Mitte,seine einförmigen Beete neben dem Hofe hin erstreckte, mitwelchem er durch ein niedriges gewölbtes Portal in Verbindungstand. Auf dem beschränkten Raume seiner steifen Gänge lerntejetzt Maria Stewart die schwere Rolle einer Gefangenen spielen,welche ihr, eine kurze Unterbrechung abgerechnet, für den Rest