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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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konnte, denselben anredete:Sucht Ihr vielleicht Jemandhier, schöner junger Herr, daß Ihr so eilig zu sein scheint?"

Ich suche," antwortete das vermeinte Herrchen,einStück von einem Jungen mit einem Steincichcnzwcige auf derMütze, mit schwarzem Haare, schwarzen Augen, grüner Jackeund mit dem Ansehn eines Zierlings vom Lande. Ich Hab' ihnin allen Ecken und Gäßchen der Stiftsstraße gesucht, derTeufel hol' ihn!"

Um Gotteswillen, Nönnlein!" murmelte Roland ganzentsetzt.

Ich will ihn Euch gleich ausfindig machen, schöner jungerHerr," sprach die Wirthsmagd.

Thut das," erwiderte der kleine Edelknecht,und wennIhr mich zu ihm bringt, sollt Ihr heut Abend einen Groschenhaben und einen Kuß am Sonntage, wenn Ihr einen sauberer»Rock anhabt."

Um GottcLwillcn, Nönnlein!" murmelte Roland aber-mals.Das geht über's Bohnenlicd."

Einen Augenblick darauf trat die Magd in's Zimmer undführte den Gegenstand seiner Verwunderung ein.

Die verkleidete Vestalin überblickte rasch und keck die ver-schiedenen Gruppen in dem alten weitläufigen Zimmer. Ro-land hingegen fühlte sich beengt durch eine gewisse Verschämt-heit, während er sich gestand, daß eine solche Empfindung garnicht zu dem kühnen, stürmischen Wesen passe, worauf er sichso viel zu Gute that. Er nahm sich zusammen und beschloßvor diesem eignen Mädchen nicht die Augen niedcrzuschlagen,sondern ihrem Auge mit einem so listigen, durchdringenden,launigen Blicke zu begegnen, daß sic sofort merken müsse, ersei im Besitze ihres Geheimnisses und Herr ihres Schicksals,