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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Was meint Ihr?" fragte der Jüngling, den ein Schauderübcrlief, ohne daß er eigentlich wußte, warum.Ist cs Blut?"

Ja wohl!" flüsterte der Diener, den Jüngling am Armvorwärts ziehend.Blut ist's, aber wir haben keine Zeit,danach zu fragen oder auch nur danach zu sehen. Blut istes, schändlicher und gräßlicher Weise vergossen und schändlichund gräßlich gerächt. Es ist" (hier ward sein Ton noch vor-sichtiger)das Blut von Signor David."

Rolands Herz bebte, als er sich unerwartet an dem Ortevon Rizzio's Ermordung befand, welche selbst in dieser rohenZeit allgemeines Entsetzen erregt und in jedem Schlosse und injeder Hütre, folglich auch auf Avenel, mit Staunen und Be-dauern vernommen worden war. Ohne ihm Zeit zu weiterenFragen zu lassen, drängte Michel ihn vorwärts mit einer Hast,in der sich das Geständniß aussprach, daß er sich zuviel miteinem gefährlichen Gegenstände befaßt habe. Auf sein An-klopfen öffnete sich eine niedrige Thür, deren Hüter MichelsMittheilung empfing: es warte auf Gehör bei dem Regentenein Edelknabe, der Briefe von dem Ritter von Avenel bringe.

Die Sitzung wird den Augenblick geschlossen sein," sprachder Thürhüter.Gebt mir das Päckchen, S. Gnaden, derRegent, wird alsbald den Boten vor sich bescheiden."

Das Päckchen," antwortete Roland,muß von mir demRegenten selbst überliefert werden. So lauteten die Befehlemeines Herrn."

Der Thürhüter musterte ihn von Kopf bis zu Fuß, alswäre er erstaunt über seine Verwegenheit, und erwiderte dannetwas gereizt:So, junger Herr? du krähst laut für ein jun-ges Huhn und noch dazu von einem ländlichen Miste."

Wär' es Zeit und Ort dazu," versetzte Roland,so solltestdu sehen, daß ich mehr thun kann, als krähen. Thu' deine