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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Eine sonderbare Mischung von Zuneigung und Furcht war mitseinen frühesten Erinnerungen an sie verknüpft, und die Besorg«niß, daß sic Lust haben möchte, seine Bewegungen wieder ihremgebieterischen Willen zu unterwerfen, eine Besorgniß, welchezu verbannen ihr Benehmen am vergangenen Abend gar nichtgeeignet war tag schwer in der Wagschalc gegen die Freudedes Wiederfindcns.

Sie kann nicht im Sinn haben, mich wie einen Mündelzu gängeln, jetzt wo ich alt genug bin, zu bcurthcilen, wasich thun und lassen soll. Sie kann das nicht beabsichtigen,oder wenn sie cs thut, wird sie sich gewaltig getäuscht finden."

So sprach sein Stolz. Aber das Gefühl der Dankbarkeitgegen Diejenige, wider welche sein Herz sich auflehntc, thatjener Empfindung Einhalt. Er bekämpfte jene unwillkührlichaufstcigenden Gedanken, gleichsam wie eine Versuchung des Leu-sels. Um sich zu diesem Kampfe zu stärken, griff er nach seinemRosenkranz. Aber den hatte er bei seinem eilfertigen Abgangvon Schloß Avenel vergessen und zurückgelassen.

Das ist schlimm," sprach er.Zwei Dinge hat sic mirauf die Seele gebunden: den Rosenkranz zu beten und cs zuverheimlichen. Ich habe mein Wort bis jetzt gehalten, undwenn sie nach dem Rosenkranz fragt, muß ich sagen, ich habeihn vergessen! Kann ich verlangen, daß sie meiner Versicherungin Betreff der Bewahrung des Geheimnisses meines Glaubenstraut, wenn ich das Sinnbild dieses Glaubens so leichtsinnigaußer Acht gelassen habe? "

Unruhig ging er in dem Gemache auf und ab. Gewiß warseine Anhänglichkeit an seinen Glauben sehr verschieden von derSchwärmerei seiner Großmutter, allein ihm untreu zu werden,wäre gewiß sein letzter Gedanke gewesen. Die Gebote seiner