Neuntes Kapitel.
Knie' nieder — schwör's — auf Worte bau' ich nicht,Wenn sie nicht wahrt ein Ausruf an den Himmel.
Aus einem gesunden Schlafe, zu welchem ihn Anstrengungund Ermattung vorbereitet hatte, ward Roland durch diefrische Morgenluft und .durch die Strahlen der ausgehendenSonne erweckt. Sein erstes Gefühl war das der Uebcrraschung.Denn anstatt durch ein Thurmfenster auf den See von Avenelzu sehen, wie in seinem früheren Schlafgcmach, erblickte erjetzt durch eine unvergitterte Oeffnung den verwüsteten Gartendes vertriebenen Einsiedlers. Er setzte sich auf Ln seinem Laub-bettc und ordnete in seinem Gedächtniß nicht ohne Verwunderungdie sonderbaren Begebenheiten des vorigen Tages, die ihm um sosonderbarer vorkamen, je mehr er sie betrachtete. Er hatte dieBeschützerin seiner Jugend verloren, und an demselben Tage hatteer die Führcrin und Bcwahrcrin seiner Kindheit wicdcrgefundcn.Jener Verlust schien ihm der Gegenstand steten Bedauerns sein,zu müssen, und über dieses Wiedcrsindcn, meinte er, dürfe ersich nicht unbedingt Glück wünschen. Er erinnerte sich, daßdiese Frau, welche zu ihm im Verhältnis! einer Mutter gestan-den hatte, eben so herrisch als liebevoll gegen ihn gewesen war.