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„Bei Unserer Lieben Frauen," sprach der Falkner, „dasist ein guter Gedanke. — Und nun," fuhr er fort, seine bis-herige Offenheit mit einer unbehülflichcn Befangenheit ver-tauschend, als ob er Etwas zu sagen hätte, was er nicht rechtvon sich zu geben wüßte — „Ihr wißt doch, daß ich einenBeutel *)'trage mit Fleisch für meine Habichte und so weiter.Aber wißt Ihr auch, womit der Beutel gefüttert ist?"
„Ohne Zweifel mit Leder," antwortete Roland, betroffenüber die Zögerung, mit welcher Adam eine scheinbar so ein-fache Frage that.
„Mit Leder, mein Junge?" erwiderte Woodcock; „ei frei-lich, aber auch mit Silber. Seht her," sprach er und zeigteeinen geheimen Schlitz in dem Futter seines Amtsbeutels —„da sind sie, dreißig gute Heinrichsgroschen, so gut, wie sienur immer in des dicken Heinzes Lagen gemünzt worden sind,und zehn von ihnen stehen Euch von Herzen gern zu Dien-sten — und jetzt ist das Unglück heraus."
Roland's erster Gedanke war, diese Unterstützung zurück-zuweisen. Aber sogleich siel ihm ein, daß er das Gelübde derDemuth gethan hatte, und daß dies eine Gelegenheit sei, seinenEntschluß auf die Probe zu stellen. Er antwortete mit Selbst-beherrschung und mit so viel Ungezwungenheit, als ihm beieiner, seiner Neigung so widersprechenden, Handlungsweise mög-lich war, daß er das freundliche Anerbieten dankbar annehme,konnte sich jedoch nicht enthalten, zur Beruhigung seines em-
') Dieser Beutel, wie Alles, was zur Falkenjagd gehörte, galt alseine ehrenvolle Auszeichnung und ward oft von Leuten von hohem undniederem Adel getragen. Einer der Somervilles von Camnethaii wardHerr Hans mit dem rolhcn Sack genannt, weil er seinen Falkenbeutclmit rothem -Atlas «verzogen zn trage» rflegtc.