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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Mühe. Er war wie betäubt und schwindlich. Der Bodenschien ihm unter den Füßen zu wanken, wie ein Sumpf, undmehr als ein Mal war er nahe daran, zu fallen, obwohl seinWeg über festen Rasen ging. Trotz der inneren Aufregung,welche sich durch diese Anzeichen kund gab, schritt er entschlossenfort, bis die Gestalt seines Bekannten in der Ferne hintereinem Hügel verschwand. Dann aber sank ihm plötzlich derMuth. Er setzte sich auf dem Rasen nieder, wo Niemand ihnsehen konnte, und weinte bitterlich vor Kummer, Angst undim Gefühl gekränkten Stolzes.

Nachdem der erste Ausbruch des Schmerzes vorüber war,empfand der verlassene Jüngling die Erleichterung, welche ge-wöhnlich solchen Ergießungen folgt. Seine Thräncn rannennoch immer seine Wangen hinab, aber sie waren nicht mehrdurch Trostlosigkeit ausgepreßt. Ei» milderes Schmerzgefühlwar an die Stelle getreten bei der Erinnerung an seine Wohl-thäterin, an die unermüdliche Liebe, mit welcher sie, trotz man-cher Handlungen strafwürdigen Muthwillens, an ihm gehangenhatte!, mit welcher sie ihn geschützt hatte gegen die Ränke An-derer sowohl, wie gegen die Folgen seiner eignen Thorheit, undwelche sie ihm fortdauernd zugewandt haben würde, hätte nichtseine grenzenlose Anmaßung sie gcnöthigt, ihm ihren Schutz zuentziehen.

Welche Herabwürdigung ich auch erduldet habe," spracher,sie ist der gerechte Lohn meiner Undankbarkeit. War csrecht von mir, die Pflege und mehr als mütterliche Fürsorgemeiner Beschützerin anzunchmcn, und ihr meine Religion zuverheimliche» ? Doch sie soll erfahren, daß ein Katholiknicht weniger dankbar ist, als ein Puritaner; sie soll sehen,daß ich unbesonnen gewesen bin, aber nicht boshaft, daß ichin den Augenblicken meiner größten Tollheit sie geliebt, geach-