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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Ruhe stören mit Anbringcreicn und ewigen Klagen? Nein,edle Frau, ich habe meine Last schweigend getragen, und ohneEuch mit Murren zu belästigen. Die Achtung vor Euch, derenMangel Ihr mir Schuld gebt, ist der einzige Grund, warumich mich weder an Euch gewandt, noch auf eigne Hand mirnachdrücklicher Recht verschafft habe. Es ist übrigens gut, daßwir scheiden. Ich bin nicht dazu geboren, ein von seiner Ge-bieterin begünstigter Lohnknecht zu sein, so lange bis ich durchVerleumdungen zu Grunde gerichtet wäre. Möge der Himmelseinen besten Segen über Euch ausschütten und um Euret-willen über Alle, so Euch theuer sind."

Er wollte das Gemach verlassen, als die Burgfrau ihnzurückrief. Er blieb stehen, und sie sprach:Es war meineAbsicht nicht, selbst bei meinem größten Mißfallen Euch ohneUnterhaltsmittel zu entlassen. Nehmt diese Goldbörse."

Verzeiht, gnädige Frau," sprach der Jüngling,undlaßt mich von hinnen gehen mit dem Bewußtsein, daß ichmich nicht so weit erniedrigt habe, Almosen anzunehmcn.Wenn meine geringen Dienste die Kosten für meine Kleidungund meinen Unterhalt aufwiegen können, so bleibe ich bloßfür mein Leben in Eurer Schuld, und diese Schuld allein kannich nie abtragcn. Steckt die Börse ein und sagt dafür bloß, daßIhr nicht im Zorn von mir scheidet."

Nein, nicht im Zorn," sprach die Frau;eher im Schmerzüber Euren Eigensinn. Nehmt das Gold; ihr werdet es gewißnöthig haben."

Möge Gott Euch ewig segnen für den freundlichen To»und für das freundliche Wort- Aber das Gold kann ich nichtnehmen. Ich habe' gesunde Glieder und ich stehe nicht so freund-los in der Welt da, wie Ihr vielleicht denkt. Die Zeit magkommen, wo ich mich weiter dankbar beweisen kann, als in