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kommcn oder solche Leute schicken muß, welche die Thür einschla-gcn können."
„Was sagt Eure gnädige Frau?" fragte der Edelknabevon innen heraus.
„Seid so gut und macht auf, und dann sollt Ihr cs hören,"antwortete die Kammcrjungfcr. „Ich denke, cs ziemt sich,daß die Botschaft meiner gnädigen Frau von Angesicht zu An-gesicht gehört wird, und ich will sie nicht, Euch zu Gefallen,durch's Schlüsselloch zischeln."
„Der Name Eurer Gebieterin ist ein zu guter Deckmantelfür Eure Unverschämtheit," sprach der Edelknabe, indem erdie Thür öffnete. „Was sagt meine gnädige Frau?"
„Daß es Euch gefallen möge, augenblicklich zu ihr zu kom-men in das Gesellschaftszimmer," antwortete Lilias. „Ichdenke, sic hat Euch einige Weisungen zu geben in Betreff desin Zukunft i» der Kapelle zu beobachtenden Benehmens."
„Sagt meiner gnädigen Frau, daß ich augenblicklich zuBefehl stehen werde," erwiderte der Edelknabe, kehrte in seinZimmer zurück und schloß cs der Kammerjungfer vor derNase zu.
„Das nenn' ich Artigkeit!" murmelte Lilias. Als sie zuihrer Gebieterin zurückgekehrt war, berichtete sie, Roland Grac-me würde ihr zu Befehl stehe», wenn es ihm gelegen wäre.
„Was? Ist das sein Ausdruck oder Euer Zusatz, Lilias?"fragte die Burgfrau gelassen.
„Nein, gnädige Frau," versetzte die Dienerin, einer be-stimmten Antwort ausweichend, „er sah aus, als hätte er nochviel unverschämtere Dinge sagen können, als dies, wenn ichLust gehabt hätte, sie anzuhören. — Da kommt er selber."
Roland Graeme trat in das Gemach mit stolzerer Mieneund lebhafterer Farbe, als man gewöhnlich an ihm sah. In sei-