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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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auf's Auffallendste die ihrer Person gebührende Rücksicht beiSeite gesetzt, sondern auch die Achtung vor religiöser Ermah-nung, und dies bewies, daß sein Wesen wirklich so unbändigwar, wie seine Feinde cs schilderten. Und doch hatte sie sonst,so weit er unter ihren Augen war, nicht mehr Feuer der Seelean ihm bemerkt, als seinen Jahren und seiner sonstigen Rcgssamkeit zuzukommen schien. Diese Ansicht mochte zum TheilBlendwerk der Vorliebe sein, zum Theil mochte sie aber auchrichtig sein, und die Erscheinung sich aus der Güte und Nach-sicht erklären, welche sie stets gegen ihn bewiesen hatte. Je-denfalls konnte sie nicht glauben, daß sie eine ganz falscheMeinung von seinem Character gehabt habe. Große Heftig-keit verträgt sich nicht wohl mit durchtriebener Heuchelei, (wie-wohl Alias sanftmüthig andcutete, daß .sie sich zuweilen sehrwohl vereinigt fänden,) und darum konnte- sie nicht den Be-richten Anderer trauen wider ihre eigene Beobachtung und Er-fahrung. Der Waisenknabe war ihr wie an's Herz gewachsen;warum, wußte sie sich nicht zu erklären. Er schien vom Him-mel ihr zugesandt zu sein, um die Stunden unbefriedigtenSehnens auszufüllen, die ihr so schmerzlich waren. Vielleichtwar er ihr auch um deßwillen so theuer, weil sie nicht sah,daß sonst Jemand ihn gern hatte, und weil sie fühlte, daßwenn sie ihn aufgäbe, dies ein Triumph der Ansicht ihres Ge-mahls und Anderer über ihre eigne sein würde, ein Umstand,welcher den besten Gatten des einen wie des anderen Geschlechtsnicht gleichgültig ist.

Kurz, Frau von Avenel entschloß sich, ihren Edelknabennicht preiszugebcn, wenn derselbe nur irgend vernünftiger Weisesich vertheidigen ließe, und in der Absicht, zu ermitteln, inwieweit dies angehe, ließ sie ihn zu sich bescheiden.