Zunge schrie lauter, als es nöthig war, und zog dadurch denFalkcnmeister herbei.
Adam Woodcock, der Falkner von Avencl, war ein gebor-ner Engländer, aber schon so lange in Glendinnings Diensten,daß seine Vaterlandsliebe sich großcntheils in der Anhänglich-keit an seinen Herrn verloren hatte. Er war ebenfalls einbegünstigter Diener, eifersüchtig und eingebildet auf seine Ge-schicklichkeit, wie Jägermeister gewöhnlich sind, im Uebrigenein Spaßvogel und Rcimschmidt (Eigenschaften, die seinenDünkel nicht minderten), ein lustiger Gesellschafter, der, obwohlein achter Protestant, eine Flasche Doppelbier einer langenPredigt vorzog, ein handfester Mann, seinem Herrn treu er-geben und sich etwas zu Gute thucnd aus das, was er beiihm galt.
Der so beschriebene Adam Woodcock fand die Freihcir,welche der Edelknabe sich herausnahm, seinen Jungen zu stra-fen, keineswegs nach seinem Geschmack. „He! he! JunkerEdelknabe," rief er, zwischen seinen Jungen und Rolandtretend, „nur sachte, wenn es Eurem güldenen Jäcklein be-liebt. — Hgndc weg ist ehrliches Spiel. Wenn mein Jungegefehlt hat, kann ich selber ihn schlagen, und Ihr könnt EureHände bei Euch behalten. "
„Ich will ihn und dich schlagen," erwiderte Roland,„wenn ihr euren Dienst nicht besser verseht. Da seh' einMensch, wie der Vogel unter euren Händen zu Grunde geht.Ich habe gesehen, wie der Tölpel den Nestling mit ungewaschc--nem Fleisch gefüttert hat."
„Geh'," sprach der Falkner, „du bist selber ein Nestling,Kind Roland. Was verstehst du von Fütterung s Ich sage,der Nestling soll sein Fleisch ungewaschen bekommen, bis erzum Aestling geworden ist. Das wäre der rechte Weg, ihn