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„O Halbere, betrachtet doch nur den Knaben," cntgcgncteFrau Maria, „und sehet,'ob ihn der Himmel nicht zu etwasEdlerem als zu einem Bauer bestimmt hat. Kann er nicht,wie Andere, ausersehen sein, aus niedrigem Stand zu Ehrenund Hoheit cmporzustcigcn 1"
So weit hatte sie gesprochen, als ihr bcifiel, daß sie einenkitzlichen Punkt berührte. Sie schlug den natürlichsten aber insolchem Fall schlimmsten Weg ein, plötzlich inne zu halten inihrer Auseinandersetzung. Auf ihrem Antlitz zeigte sich einErröthen, auf dem Halberts Düsterheit. Doch dauerte diesebei ihm nur einen Augenblick, denn er konnte die Meinungseiner Gemahlin nicht mißverstehen, noch glauben, daß sicbeabsichtige, ihm Mißachtung zu erkennen zu geben."
„Euer Wille geschehe, meine Liebe," crwiedcrte er. „Ichverdanke Euch zu viel, als daß ich Euch in irgend Etwaswidersprechen sollte, was Eure einsame Lebensweise erträglichermachen kann.» Macht mit diesem Knaben, was Ihr wollt;ich stelle Euch das völlig frei. Aber vergesst nicht, daß erEurer Obsorge überlassen bleibt, nicht der meinigc»; vergcßtnicht, daß er gesunde Glieder hat zu männlichen Beschäftigungen,eine Zunge und Seele, Gott zu verehren. Erzieht ihn darumzur Treue gegen Gott und Vaterland. Im Uebrigen verfügtüber ihn nach Eurem Wohlgefallen — es ist Eure Sachs undsoll Eure Sache bleiben."
Dies Gespräch entschied das Schicksal von Roland Graeme,um welchen sich von nun an der Burgherr von Avcnel wenigbekümmerte, während die Burgfrau ihn begünstigte und ihmseinen Willen ließ.
Ein solches Bcrhältniß hatte wichtige Folgen und ließ denCharactcr des Knaben sich in all seinen Licht- und Schatten-