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5 (1851) Der Abt
Entstehung
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Ja, guter Wolf," sagte sie,du sollst auch bedacht wer-den für dein heutiges Werk. Ich will um so mehr an dichdenken, da du das Leben eines so schönen Geschöpfes gerettet hast."

Aber Wolf war nicht zufrieden mit der Aufmerksamkeit,die ihm so zu Theil ward. Er fuhr fort zu winseln und anseiner Herrin hinaufzuspringen, wobei sein durchnäßtes zottigesHaar seine Schmeicheleien noch unangenehmer machte. Endlichhieß Frau von Avenel einen ihrer Diener, mit welchem dasThier vertraut war, es hinauslockcn. Wolf widerstand allenLockungen und ging nicht von der Stelle, bis seine Herrin ihmzornig befahl, sich zu entfernen. Da wandte der Hund sichgegen das Bett, auf welchem der Knabe mit halbem Bewußt-sein lag, knurrte grimmig, zog die Nase und die Lefzen in dirHöhe, zeigte das volle Gebiß seiner weißen scharfen Zähne,welches dem eines wirklichen Wolfes wenig nachgcgeben habenmöchte, drehte sich dann um und folgte mürrisch dem Dieneraus dem Gemache.

Sonderbar!" sagte die Edelfrau zu Warden.Das Thierist sonst nicht nur überhaupt so gutmüthig, sondern cs hat auchbesonders die Kinder so gern. Was kann er gegen kleineKerlchen haben, dem er das Leben gerettet?"

Die Hunde," antwortete der Prediger,gleichen nurzu sehr den Menschen in ihren Schwächen, obwohl ihr Natur-trieb sie weniger irre leitet, als die Vernunft den armen Sterb-lichen, wenn dieser sich auf die eigene Kraft verläßt. Eifersucht,gnädige Frau, ist eine denselben nicht fremde Leidenschaft, undoft legen sie dieselbe an den Tag nicht nur, wenn Wesen ihrerArt von ihren Herren bevorzugt werden, sondern auch, wennKinder ihre Nebenbuhler sind. Ihr habt das Kind viel undstürmisch geliebkoset, und der Hund betrachtet sich als einen beiSeite gesetzten Günstling."