einiges Interesse für das Land hat, dem sie angehören, viel vonihnen gehört hat und mehr von ihnen zu hören verlangt. EineErzählung, welche sich um die Schicksale Alfreds oder Elisabethsin England, oder um die von Bruce oder Wallace in Schott-land dreht, wird sicher schon bei der bloßen Ankündigung großeNeugier erwecken und dem Verleger den Absatz des größtenTheils einer Auslage sichern, noch ehe der Inhalt näher bekanntist. Dies ist für den Buchhändler von der größten Wichtigkeit,denn er ist damit von vor» herein gedeckt, alle seine Auslagensind ihm ersetzt. Anders ist cs bei dem Verfasser, denn unleug-bar fühlen wir uns leicht weniger befriedigt durch Werke, vondenen wir, verleitet durch Titel und lobpreisende Ankündigun-gen, übertriebene Erwartungen gehegt haben. Man hat sichzum Voraus gedacht, was das Werk solle und wolle, man hatsich falsche Vorstellungen gemacht oder dieselben angenommen,und obwohl die Schwierigkeit des Werks uns wiederholt anHcißspors Aufgabe erinnert „des Stroms Gebraus zu übcr-schrci'n," so darf doch derjenige, welcher es wagt, sich auf mehrSpott gefaßt machen, wenn es mißlingt, als auf Lob, wenncs glückt.
Trotz dieser Gefahr, welche einen Verfasser bedenklich machensollte, einen Gegenstand zu wählen, welcher, indem er zumVoraus die Neugier spannt, leicht zu TäuschunZ der Erwartungführt, wäre cs doch schlimm, wenn der Dichter oder Maler sichabschrecken lassen wollte, historische Porträte zu liefern, lediglichweil es so schwer sei, die Aufgabe genügend zu lösen. Manmuß einigermaßen dem edlen Trieb vertrauen, welcher oft denKünstler auf Gegenstände von großer, ihm keineswegs unbe-kannter Schwierigkeit führt, die zu überwinden er sich aber aufseinen Muth und seine Kraft verläßt.
In dem Fall besonders, wo ein Schriftsteller merkt, daß