Druckschrift 
5 (1851) Der Abt
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

2

Kräften und wahrt euren Ruf, damit ihr nicht zur Alltäglich-keit hcrabsinket. Ich habe nie sehr nach dem Namen einesgeschätzten Schriftstellers gegeizt, weil ich weniger als Andereauf literarischen Ruf gehalten habe, oder wenigstens auf den-jenigen Beifall, eder mir zu Theil geworden war. Denn wärecs auch schlimmer als Ziererei, zu leugnen, daß meine Eitelkeitbefriedigt worden sei durch das Glück, welches ich mit Arbeitenin dem durch Zufall mir angewiesenen Fach gemacht habe, sobin ich doch stets weit davon entfernt gewesen, den Novellistenoder Romanschreiber für eine wichtige Person in der Gelehrtcn-republik zu halten. Doch ich will mir den Borwurf ersparen,daß ich den Leser mit meiner werthcn Person langweile, zumalda ich meine Meinung über diesen Gegenstand vollständig in demBriefe ausgesprochen habe, welcher die Einleitung zu RigelsSchicksalen bildet. Denn wenn derselbe auch unter einem er-dichteten Namen geschrieben ist, so ist er doch so ernst gemeint,als wäre er abgefaßtohne meinen Mantel und Kragen."

Genug, als ich glaubte, mit dem Kloster kein Glück ge-macht zu haben, empfand ich Lust, zu versuchen, ob ich nichtmeinen sogenannten Ruf auf die Gefahr hin, ihn ganz zuverlieren durch ein neues Wagm'ß wicdcrhcrstcllcn könnte.Ich sah mich in meiner Bibliothek um , und es drang sich mirdie Bemerkung auf, daß von Chaucer bis auf Byron die be-liebtesten Schriftsteller die fruchtbarsten gewesen waren. Selbstder Aristarch Johnson hat zugegeben, daß die Eigenschaft der Fe-derfcrtigkeit und Fruchtbarkeit an sich einen Werth habe, ab-gesehen von dem Gehalt. Ich glaube, cs ist Churchill, welcherin seinen vorurtheilsvollcn Augen wenig Werth hat, dem eraber das Verdienst der Biclschrciberci zugesteht, etwa in folgen-den Ausdrücken:Holzapfelbäume können eben nur Holzäpfeltragen, doch verdient derjenige den Vorzug, welcher eine große